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„KI“-Beiträge im Radio kennzeichnen – klingt spannend. Am Donnerstag Abend war der Sommerliche Empfang der Medienanstaltung Hamburg Schleswig-Holstein im Bootshaus in Kiel und die „KI“-Kennzeichnungspflicht war das Thema des Abends.

Zum einen sei unklar, was denn genau „KI“-Beiträge seien. Natürlich machten gerade die jüngeren Redakteur*innen das Brainstorming oder den ersten Entwurf oft mit „Künstlicher Intelligenz“. Dann kämen „KI“-Technologien bei der Bearbeitung zum Einsatz bei der Produktion. Wo fängt es an zum „KI“-Beitrag zu werden? Zum anderen sei unklar, wie die eine Kennzeichnung an einem Audiobeitrag klingen würde.

Schon bei den Gewinnspielen habe die Kennzeichnungspflicht dazu geführt, dass im Fernsehen einfach kurz extrem viel Kleingedrucktes angezeigt wird, das ohnehin niemand lese. In Radio gibt es deswegen keine Gewinnspiele dieser Art mehr – eine Einnahmequelle, die weggefallen sei.

Nun geben „KI“-Technologien dem Radio mehr Möglichkeiten: Nachts könnte es aktuelle Wettervorhersagen geben, wo schon lange niemand mehr nachts das Wetter vorliest. Oder Werbung könnte sich dynamisch nach aktuellen Ereignissen richten. Allerdings sei das nur sinnvoll, wenn dann nicht lange „KI“-Hinweise vor und nach den Beiträgen ausgespielt werden müssten. Das würde vermutlich mehr nerven als helfen.

Nun ist Europa nicht besonders geübt mit der Regulierung von Radio, weil das in der Regel die Mitgliedsstaaten machen. Aber irgendeinen Lobbyisten müssten die Radiosender Europas doch in Brüssel haben, der bei so einem Vorhaben eine Stellungnahme abgeben könnte.

Ich mag ja Radio. Das ist ein Verbreitungsweg, der zumindest teilweise noch unabhängig von Big-Tech ist. Im Rundfunk haben es die Sender noch halbwegs selbst in der Hand, wie viel sie gehört werden. Aber klar: Die Leute hören mehr über Apps oder Smart-Speaker, wenn sie überhaupt noch Radio hören.

Bei Smart-Speakern – das war eines der anderen Themen – bestimmt wieder Big-Tech, was den Leuten empfohlen wird. Und das geht natürlich danach, woran die Konzerne am meisten verdienen und nicht nach den gleichen, demokratischen Standards, wie die Rundfunklizenzen und die Radio-Frequenzen vergeben werden.

Kommentare

  1. Avatar von KielKontrovers Blog

    @kaffeeringe ist die Frage so schwer? Ich denke wenn ein Beitrag mit KI erstellt wurde. Das heißt entweder der Text damit generiert wurde oder das Audio. Ich denke eine reine Ideenfindung würde ich so noch nicht bezeichnen.

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