Das war eine bunte Mischung aus Mitraten und wissenschaftlich fundierten Informationen. Der Begriff der Digitalen Souveränität ist umkämpft und wird nicht nur von BigTech gekapert, sondern auch von autoritäten Regimen für sich interpretiert. Souveränität ist dann kein demokratisches Projekt, wie es kurz zuvor @dirkschroedter@norden.social beschrieb, sondern eines zur Abschottung der eigenen Bevölkerung vom Rest des Internets. So wie es China und weniger konsequent und erfolgreich Russland machen.
Ja, auch bei Amazon, Google und Microsoft gibt es jetzt Tarifoptionen, die sie „souverän“ nennen. Da hat man dann ein paar Schalter mehr in der Administration, um den Speicherort der Daten festzulegen. Aber am grundsätzlich Problem ändert das nicht: Man bleibt abhängig von einem einzigen Anbieter, der US-Recht unterliegt und jederzeit durchsucht und abgeachaltet werden kann. Spätestens seit Edward Snowden wissen wir: Die NSA greift im großen Stil auf diese Daten zu.
Digitale Souveränität kann man nicht als Produkt kaufen – sie unfasst Fähigkeiten in ganz verschiedenen Bereichen. Dass man in den Source-Code gucken, ihn verändern und auf eigener Hardware betreiben kann, ist nur ein Aspekt davon.
Passt also auf, wenn ihr in unbekannten Kontexten von Digitaler Souveränität sprecht. Das könnte ganz anders gedeutet werden, warnt Marielle-Sophie Düh.





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